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Histaminintoleranz – eine Allergie?

Histaminintoleranz – eine Allergie?
Autor:
Maren Poggendorf
Foto:
istockphoto

Kopfschmerzen, rote Flecken und Juckreiz oder Bauchschmerzen nach dem Verzehr von Rotwein oder Fisch – das sind nicht immer allergische Reaktionen. Auch ein zu hoher Histamingehalt im Körper kann solche und andere Beschwerden auslösen.
Die Histaminintoleranz (HIT) gehört zu den pseudoallergischen Überempfindlichkeitsreaktionen. Sie ist eine Lebensmittelunverträglichkeit auf mit der Nahrung zugeführtes Histamin. Dieses biogene Amin entsteht durch den bakteriellen Abbau des Eiweißbausteins Histidin. Man kann Histamin weder riechen noch schmecken, doch er ist in unterschiedlichen Konzentrationen in fast jedem Lebensmittel enthalten.

Mangel am abbauenden Enzym Diaminoxidase

Symptome treten immer nur dann auf, wenn zu viel Histamin in die Blutbahn gelangt. Nach dem Verzehr von histaminhaltigen Nahrungsmitteln wird das Histamin normalerweise im Darm abgebaut. Dafür ist das Enzym Diaminoxydase (DAO) zuständig. Besteht jedoch ein Mangel dieses Enzyms, gelangt zu viel Histamin ins Blut und löst dort die allergieähnlichen Symptome aus.

Ernährungstherapie

Zur Therapie einer HIT eignet sich am besten eine Eliminationsdiät. Es sollten alle Speisen und Getränke gemieden werden, die viel Histamin enthalten oder frei setzen können. Gänzlich verbannen lässt sich Histamin vom Speiseplan nicht. In eiweißhaltigen Nahrungsmitteln ist immer Histamin anzutreffen. Im Frischkäse ist sehr wenig Histamin enthalten. Dagegen finden wir in einem langgereiften Camembert oder Emmentaler pro kg bis zu 2500 mg Histamin.
Die individuelle Verträglichkeit von Histamin ist so unterschiedlich, dass keine pauschalen Aussagen zur Lebensmittelauswahl gegeben werden können.

Grundsätzlich gelten aber folgende Empfehlungen:

  • Lebensmittel so frisch wie möglich verzehren!
  • Lebensmittel mit von Natur aus hohen Histamingehalt meiden, wie beispielsweise Tomaten, Avocado, Spinat.
  • Frische Lebensmittel mit relativ hohem Gehalt an biogenen Aminen einschränken (z.B. Banane, Hülsenfrüchte, Erdnüsse)
  • Verzicht auf gereifte, fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Wurstwaren, Käse, Sekt, Rotwein, Sojaprodukte
  • besser jungen Käse essen (z.B. junger Ziegengouda), als alten gereiften
  • Fangfrischen und tiefgekühlten Fisch gegenüber geräuchertem, getrockneten oder gesalzenem vorziehen.
  • Fischsorten wie Makrele, Sardelle, Hering und Thunfisch meiden.
  • Fleisch frisch verzehren, gekühlt und tiefgefroren lagern (kein Hackfleisch, da hoher, schneller mikrobieller Verderb).
  • Nach Möglichkeit keine Nahrungsmittel aus Konserven verzehren.
  • Alkohol, verschiedene Medikamente sowie schwarzer Tee hemmen die Enzymaktivität der DAO – also meiden oder nur in geringen Mengen verzehren
  • Scharfe Gewürze (z.B. Pfeffer, Chilli, Curry) sehr sparsam verwenden - sie können den Darm für Histamin durchlässiger machen.

Im Labor kann eine Histaminintoleranz genau und sicher untersucht werden. Bitte befragen Sie hierzu Ihren gesund & aktiv – Therapeuten. Sollten Sie noch keinen haben, finden Sie ihn über die
Therapeutensuche.
Im individuellen Ernährungsprogramm von gesund & aktiv berücksichtigen wir die Reaktion auf Histamin, wenn sie mit angegeben wird.