Wissenswertes

Warum saisonal und regional einkaufen?

Autor:
Nina Meyer
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Erdbeeren zu Weihnachten, Tomaten im Januar - heutzutage sind fast alle Obst- und Gemüsesorten das ganze Jahr über erhältlich. Doch welche Vorteile hat es eigentlich, saisonal und regional einzukaufen?

Was bei uns im Winter nicht wächst wird entweder in beheizten Gewächshäusern produziert oder von weit her importiert. Beides geschieht zu Lasten des Klimas und ist völlig unnötig.

Wer sich saisonal und regional ernährt, kauft nur Lebensmittel, die zur aktuellen Jahreszeit, im Land oder in der Region, umweltverträglich angebaut werden können.

Sich saisonal zu ernähren bringt Vorteile, nicht nur für Umwelt und Klima, sondern auch für die regionale Wirtschaft und die eigene Gesundheit.

Gesundheitlicher Nutzen

Obst und Gemüse, das einen langen Transportweg hinter sich hat, wurde unreif geerntet und teilweise mit Chemikalien behandelt, um eine optimale Reife bei Ankunft am Bestimmungsort zu garantieren. Während des Transportes gehen zunehmend Vitamine verloren.An der Pflanze ausgereiftes Obst und Gemüse enthält nicht nur mehr Vital- und Nährstoffe, es schmeckt häufig auch besser.

Wo finde ich saisonale und regionale Lebensmittel?

Einschlägige Supermärkte bieten saisonale und regionale Produkte an. Alte Sorten, zum Beispiel Schwarz- wurzeln, Topinambur oder Pastinaken, bekommt man häufig im Biomarkt, auf dem Wochenmarkt oder in einem Hofladen.

Saisonale und regionale Lebensmittel sind häufig recht günstig. Zum Einen wegen der kurzen Transportwege und zum Anderen wegen des kurzfristig sehr großen Angebotes.

Ein Geheimtipp sind „Grüne Kisten“. Viele Hofläden bieten sie an. Jede Woche erhält man eine Kiste voll mit frischem, saisonalem und regionalem Obst und Gemüse bis vor die Haustür geliefert.

So probiert man vielleicht auch Lebensmittel aus, die man nicht aktiv gekauft hätte und lernt die saisonale und regionale Vielfalt noch besser kennen.

Ist das im Winter nicht langweillig?

Entgegen aller Vorurteile gibt es auch im Winter eine breite Auswahl an regionalen Gemüsesorten, die sehr vielseitig verwendbar und keineswegs langweilig sind. Verschiedene Kohlarten, Wurzelgemüse wie Pastinaken, Rote Beete oder Topinambur, Porree, Feldsalat und Champignons haben im Winter Saison. Herbstgemüse wie Karotten und Kürbisse gibt es als regionale Lagerware.

Auch wenn momentan kein frisches saisonales und regionales Obst verfügbar ist - Äpfel sind sehr lange lagerbar. In den Supermärkten finden sich im Januar noch deutsche Äpfel und teilweise auch Birnen.

So lassen sich leckere und abwechslungsreiche Gerichte zaubern. Wie wäre es heute einmal mit...

  • einem aromatischen Wirsing-Kürbis-Auflauf, abgeschmeckt mit Muskatnuss und überbacken mit Ziegenkäse,
  • gebratenen Champignons mit einem leckeren Rührei, Zwiebeln und etwas Rinderschinken,
  • einem Salat aus rohem Chicorée, in feine Streifen geschnitten mit karamellisierten Birnenspalten und Walnüssen,
  • einer cremigen Suppe aus Porree mit saurer Sahne und Rinderhackfleisch,
  • Puffern aus geraspelten Pastinaken, Quark und Ei,
  • einem herzhaften Eintopf mit Grünkohl und Rindfleisch,
  • gebratenem Rosenkohl mit Mandelblättchen und einem guten Lachsfilet,
  • knusprigen, mit einer Parmesanpanade versehenen Schwarzwurzeln, dazu ein Stück Putenbrust und frischer Portulak,
  • oder einem cremigen Püree aus Topinambur verfeinert mit etwas Nussmus und dazu ein Zanderfilet?

Wer mag, kann seine Gerichte natürlich mit importierten Lebensmitteln aufpeppen. Wichtig ist wie immer der bewusste Konsum. Jede Kaufentscheidung schlägt sich in den Absatzzahlen der Supermärkte wieder. Wie jeder weiß, gilt: Angebot = Nachfrage. Steigt also die Nachfrage nach saisonalen und regionalen Produkten, wird sich das Angebot entsprechend verändern. So kann jeder seinen Beitrag zu einem nachhaltigeren und gesünderen Angebot in Super- und Bio-Märkten leisten.

Autorin: Nina Meyer