Wissenswertes

Sprossen - Nahrung pur?

Sprossen - Nahrung pur?

Wer vor einiger Zeit bei Google das Suchwort „Sprossen“ eingegeben hat, der fand an oberster Stelle aktuelle Meldungen in Sachen EHEC. Gleich darunter aber ging es los mit einer wahren Flut von Lobpreisungen: Kleine Gesundheits-Wunder sollen die kleinen Keimlinge angeblich sein, beim Keimen soll ihr Vitamingehalt um das 700-fache ansteigen, außerdem sollen sie zahlreiche  Ballast- und Mineralstoffe liefern. Kein Wunder also, dass viele Fans der zarten Rohkost-Minis von den aktuellen Warnmeldungen verunsichert waren und sich fragten, ob bei Sprossenverzicht nicht Vitaminmangel droht.

Vitamin-Gehalt in Sprossen

Der Verzicht mag für alle, die frische Keimlinge auf Salat oder Butterbrot lieben, schwer sein – gesundheitlich ist der Verlust leicht zu verschmerzen. Es stimmt zwar, dass Sprossen relativ reich an günstigen Stoffen sind. Die Menge, die man normalerweise zu sich nimmt, spielt für unsere Nährstoffbilanz kaum eine Rolle. Die knackigen Kleinen sind so federleicht, dass selbst wenn man viel davon isst,  kaum über 40 g kommt. Um die viel gepriesenen Inhaltsstoffe in nennenswerten Mengen zu bekommen, müsste man die meisten Keimlinge also pfundweise essen.

Keimlinge und Sprossen selbst züchten

Wer sich seine Keime und Sprossen selbst züchten will, braucht Geduld. Denn nicht jeder Keimversuch ist von Erfolg gekrönt.
Der Naturkostladen bietet eine Fülle an Schalen und Gefäßen an, damit es auch garantiert klappt. Die Luxusversion ist dabei das Keimgerät. Sie müssen aber kein Geld ausgeben, um an das nährstoffreiche Gemüse zu kommen. Alles, was Sie benötigen, ist ein gut verschließbares Glasgefäß und die nötigen Samen.

Zuerst die Samen waschen. Danach geben Sie die zwei- bis dreifache Menge warmes Wasser zusammen mit den Samen in das Glas und verschließen es. Damit die Samen auch ausreichend Sauerstoff erhalten, sollten Sie ein paar Luftlöcher in den Deckel stechen. Über Nacht müssen die Samen nun quellen. Am nächsten Morgen sortieren Sie die nicht aufgegangenen Samen aus, die übrigen werden ausgespült. Nun verschließen Sie das Einmach- oder Gurkenglas mit etwas Gaze und einem Gummiring und legen es schräg nach unten, sodass überschüssiges Wasser ablaufen kann und die Belüftung sichergestellt ist.

In den ersten beiden Tagen kann das Keimgefäß noch dunkel gestellt werden, spätestens dann brauchen die Pflanzen aber Licht, ideal ist eine Temperatur von 21 Grad.

Schnell entwickeln sich die Keimwurzeln und bald darauf der Spross. Doch wann sollten Sie die Pflänzchen ernten? Je nach Sorte erfolgt die Ernte nach zwei bis acht Tagen. Hülsenfrüchte können bereits als Keimlinge geerntet werden, Kresse oder Luzerne dürfen ruhig noch ein paar Tage weiter wachsen.

Einige Tipps, wie Sie erfolgreich Keime und Sprossen selbst züchten können

  • Achten Sie darauf, dass die Samen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden
  • Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung
  • Informieren Sie sich über die bevorzugten Lichtverhältnisse. Einige Samen mögen es hell, andere dunkel
  • Arbeiten Sie immer sauber und berühren die Samen möglichst nicht mit den Fingern
  • Zeigt sich Schimmel, entsorgen Sie die Kultur
  • Keimkulturen müssen zweimal täglich gespült werden