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Neue Studie: Hohe Cholesterinwerte schützen vor Demenz

Hohe Cholesterinwerte im mittleren Lebensalter steigern nicht die Gefahr einer späteren Demenz. Eine mehr als 30 Jahre andauernde Studie der Johns Hopkins University in Baltimore liefert den Beweis. Damit widerspricht das Ergebnis früheren Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen Demenz und erhöhten Cholesterinwerten sahen.

Die Forscher um Dr. Michelle Mielke hatten 1462 Schwedinnen seit 1968 regelmäßig untersucht. Bis zum Jahr 2000 waren 161 Frauen an Demenz erkrankt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf den Cholesterinwert gelegt. Die Beobachtung der Langzeitstudie zeigte: Ein erhöhter Cholesterinwert hat keinen Einfluss auf die Demenz. Gefährdet waren dagegen Frauen, bei denen der Cholesterinwert beim Übergang ins Seniorenalter deutlich abfiel. Ihr Demenzrisiko war verdoppelt, schreibt Mielke im Fachmagazin „Neurology“.

Cholesterin ist entsprechend der chemischen Einordnung ein Alkohol. Es wird den Steroiden zugeordnet und ist im Gegensatz zur allgemeinen Meinung kein Fett. Der Normwert des Gesamtcholesterins liegt heute bei etwa 280 bis 320 mg/dl, während in den 50er Jahren ein Wert von 350 mg/dl als „normal“ galt. Der Zusammenhang zwischen einem hohen Cholesterinwert und Herzinfarkt konnte wissenschaftlich bisher nicht belegt werden.

Etwa 90% des Cholesterins produziert der Körper über die Leber selbst. Eier oder andere cholesterinhaltige Lebensmittel haben nach neuester medizinischer Erkenntnis keinen Einfluss auf den Cholesterinhaushalt.

Ein Cholesterinwert von über 300 mg/dl gilt daher in der modernen wissenschaftlichen Medizin als unbedenklich. Der erniedrigte Cholesterinspiegel gerät immer mehr in den Focus der Betrachtung der Wissenschaftler. So werden Krebserkrankungen, Depressionen, Demenz, hormonelle Fehlreaktionen und andere körperliche Erscheinungen mit niedrigen Cholesterinwerten in Verbindung gebracht.