Wissenswertes

Flohsamen - Sanfte Hilfe für den Darm

Flohsamen - Sanfte Hilfe für den Darm
Autor:
Maren Poggendorf
Foto:
istockphoto

Kaum eine Pflanze vereint so viele regulierende Eigenschaften in sich wie das Indische Flohsamenkraut. Es ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Wegerichgewächse und in den Wüstengebieten Südwestasiens und Nordafrika heimisch. Heute wird die Pflanze primär in Indien, Pakistan, Iran und Südeuropa angebaut. Verwendung finden vorrangig die circa 2,5 mm kleinen Samen und Schalen des Indischen Flohsamens (Plantago Ovata).

Wirkungsweise

Der Name Flohsamenschalen klingt erst einmal nicht besonders ansprechend. Doch die kleinen Partikel zeigen im Darm ihre wahre Größe und bringen die Verdauung wieder in Schwung. In der Oberhaut der Flohsamenschale sind 20-30% Schleimstoffe enthalten, die bei Anwesenheit von Wasser sowohl als Gleitmittel und als Quellmittel dienen. So besitzt der Indische Flohsamen die Fähigkeit, etwa das Fünfzigfache an Wasser aus seiner Umgebung zu binden, wodurch er stark aufquillt. Wird er mit viel Wasser getrunken, bewirkt er im Darm eine Zunahme des Stuhlvolumens Dadurch wird die Darmtätigkeit anregt.

Nicht nur bei Verstopfung helfen die kleinen „Vielkönner“. Auch bei Durchfall wirkt sich der quellende Effekt von Flohsamen positiv aus. Durch das Aufquellen wird überschüssige Flüssigkeit aufgesogen und gebunden. Der Stuhl wird eingedickt und die Darmbewegung beruhigt und normalisiert.

Flohsamen stärken unser Immunsystem. Die Samenschalen bewirken eine Zunahme der Bakterienflora, indem sie als Nahrung für natürliche Darmbakterien dienen. Diese produzieren notwendige Nährstoffe für die Darmschleimhaut, was wiederum der Abwehr krankmachender Keime zugute kommt. Die Ballaststoffe des Flohsamens befreien den Darm auch von Fäulnisstoffen und Darmgasen. Entzündliche Prozesse können sich schneller zurückbilden. All diese Effekte machen Flohsamen als Einsatz bei Reizdarm oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sehr interessant. Positiver Nebeneffekt: die Zunahme des Volumens führt zur Sättigung und senkt frühzeitig das Hungergefühl.

Auch einen gewissen Schutz vor Darmkrebs soll der Flohsamen leisten können. Bei regelmäßiger Einnahme zieht der hohe Schleimgehalt einen sanften Schutzfilm über die empfindliche Darmschleimhaut.
Forscher stellten zudem fest, dass die Pflanze erhöhte Blutzuckerwerte bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) mild senken kann. Die Volksheilkunde verwendet Flohsamen auch bei Blasenentzündung.
Zur äußerlichen Anwendung lässt sich bei vielen Haut-, Gelenk-, und Muskelleiden ein Breiumschlag aus Flohsamen bereiten.

Dosierung

Wichtig: Viel trinken! Sonst können die Schleimstoffe nicht richtig aufquellen und der Effekt bleibt aus.
Die empfohlene Tagesdosis bei Flohsamen liegt bei 2-3 Tagesdosen à 5-10 Gramm,  und sollte jeweils in Wasser kurz vorquellen. Das daraus entstehende, geschmacksneutrale Gel lässt sich trinken oder gut in Speisen wie Joghurt oder Obstsalat einrühren. Anschließend auf jeden Fall ein bis zwei Trinkgläser Flüssigkeit zusätzlich trinken! Achten Sie beim Kauf auf ein Flohsamenpräparat ohne Zuckerzusätze und geschmackliche Ergänzungen.

Andere Medikamente jeglicher Art sollten nicht zeitgleich mit Flohsamen eingenommen werden, sondern etwa eine Stunde vorher. Die starke Schleimbildung könnte zu einer Störung der Arzneimittelaufnahme im Darm führen. Menschen, die bereits einmal einen Darmverschluss hatten oder unter einer akuten Magen-Darm-Entzündung leiden, dürfen keine Schleimstoffe zu sich nehmen. Ebenso bei Verengungen in Speiseröhre oder Mageneingang ist davon abzuraten.

Flohsamen fördern einen gesunden Darm und liefern einen wertvollen Beitrag für eine stabile Gesundheit. Durch die Ergänzung mit Bockshornklee (gebrochen) ergibt sich eine Verstärkung der Darmaktivität. Das Mischungsverhältnis ist 2 Teile Flohsamenschalen und 1 Teil Bockshornklee.

Und woher hat der Flohsamen nun seinen Namen? Wenn die Pflanze reif ist, springen die kleinen Samen dieses Strauchwegerichs wie Flöhe aus der Fruchtkapsel.