Der Körper braucht sein nächtliches Regenerationsprogramm um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Während der Nachtruhe schüttet das Gehirn im Tiefschlaf ein Wachstumshormon aus, das die Bildung neuer Zellen anregt, Wunden heilt, Haut und Organe erneuert und die Knochen wachsen lässt . Außerdem vernetzt das Gehirn seine Nervenzellen neu, um Eindrücke des Tages dauerhaft zu speichern.
Ghrelin und Leptin

Während der Nachtruhe schütten unsere Fettzellen das Hormon Leptin aus. Das Hormon verhindert nachts das Hungergefühl. Der Gegenspieler ist das in der Magenschleimhaut gebildete Hormon Ghrelin.
Dieses Hormon beeinflusst die Gehirnregionen die Appetit auslösen. Normalerweise ist das Gleichgewicht zwischen den beiden Antagonisten Ghrelin und Leptin ausgewogen.

Durch Schlafmangel wird zu wenig Leptin produziert und das Verhältnis dieser beiden Hormone gerät ins Ungleichgewicht. Studien konnten eindeutig beweisen, dass eine Woche ohne ausreichenden Schlaf (weniger als 6 Stunden pro Nacht) die Produktion von Ghrelin um bis zu einem Drittel steigern kann. Das macht Heißhunger auf ungesunde Sachen, wie Süßes, Fettes und Salziges.
Insulin und Cortisol
Auch das Stresshormon Kortisol, das die Fettverbrennung stoppt und den Blutzuckerspiegel erhöht, wird durch Schlafmangel aktiviert. Schlafentzug führt bei gesunden Menschen bereits nach einer Nacht zu einem deutlich höheren Kortisolspiegel im Blut. Die Folge ist nicht nur Gewichtszunahme und Bauchfett. Langfristig schwächt es auch das Immunsystem und erhöht das Risiko für Depressionen. Dauerstress gehört heute zu den größten krankmachenden Faktoren in der Medizin.
Stress, ganz gleich ob psychischer, emotionaler oder physischer Ursache, führt in der Regel immer zur Störung der Nebennierenfunktion. Dazu zählen der Tod eines geliebten Angehörigen, schwere Erkrankungen, Druck am Arbeitsplatz, eine unglückliche Beziehung, aber auch ein eiternder Zahn, Umweltgifte, Schlafmangel, Überanstrengung, finanzieller Druck, kohlenhydratlastige Ernährung und die Zufuhr von Nahrungsmitteln, die der Körper nicht verarbeiten kann. Treten die Stressauslöser parallel auf, so wird aus einem "kleinen" Problem in der Summe für die Nebenniere ein "großes" Problem.
Die Aktivität der Nebenniere lässt sich über einen Speicheltest sicher nachweisen. Dazu ist es notwendig, viermal am Tag eine Probe zu entnehmen. Erstmals zwischen 6 – 8 Uhr (innerhalb einer Stunde nach dem Aufstehen), dann zwischen 11-12 Uhr (die Zeit mit der höchsten Cortisolkonzentration), und 16-18 Uhr, zuletzt zwischen 22- 24 Uhr.
Die Untersuchungsergebnisse verdeutlichen die Schwankungen des Kortisolspiegels im Laufe des Tages.
Ein gesunder und erholsamer Schlaf ist nur möglich, wenn der Kortisolspiegel in der Nacht sinkt.

Atemaussetzer stören den Zuckerstoffwechsel
Schnarcher und Menschen, die nachts längere Atemaussetzer haben (Schlafapnoe), werden unbemerkt in ihrem Schlaf gestört. Jedoch gerät der Organismus mit jedem Atemaussetzer in eine kurze Sauerstoffnot. Das führt dazu, dass die Zellen weniger Zucker durch ihr Wände ins Zellinnere lassen. So bleibt der Zuckerspiegel hoch und die Bauchspeicheldrüse muss Insulin "nachschießen". In der Folge kommt es zu einer Insulinresistenz der Körperzellen mit Gewichtszunahme. Bei längerer Dauer kann daraus eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) entstehen.
Störung der Blutzuckerregulation
Unabhängig davon, welche Ursache die Schlafstörung hat, ob ruhelose Beine (restless legs), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Schilddrüsenfehlfunktion, Angstzustände oder Polyneuropathie, es kommt immer auch zu einer Störung der Blutzuckerregulation.
Jeder Mensch hat sein persönliches Schlafoptimum. Bleibt man mehrere Nächte hintereinander nur 1 Stunde unter der persönlichen Schlafzeit, kann es bereits Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben.