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Der Darm - die Basis der Gesundheit

Wunderwerk Darm

Der Darm ist das größte unserer inneren Organe und ein wahres Wunderwerk. Mit seinen 7 Metern Länge füllt er fast den gesamten Bauchraum aus. Direkt nach dem Magenausgang (Pylorus) beginnt der aus 3 aufeinanderfolgenden Anteilen bestehende Dünndarm.

Der erste Abschnitt ist der Zwölffingerdarm (Duodenum). Er verdaut und neutralisiert den aus dem Magen kommenden Speisebrei. Dafür stellen Bauchspeicheldrüse und Gallenblase die notwendigen Enzyme und Sekrete bereit.

Der mittlere Abschnitt des Dünndarms ist der Leerdarm (Jejunum). Er holt Nährstoffe und Wasser aus dem Darmvolumen. Im letzten Abschnitt des Dünndarms, dem Krummdarm (Ileum), werden überwiegend Elektrolyte, Spurenelemente und Vitamine aufgenommen.

Der letzte Teil des Verdauungstraktes ist der Dickdarm (Kolon). Er übernimmt die unverdauten und flüssigen Überreste aus dem Dünndarm und entzieht ihnen Salze und Wasser. Der untere Teil des Dickdarms, der Mastdarm, speichert den Stuhl, bevor er ausgeschieden wird.

Von innen ist der Darm mit fingerförmigen Ausbuchtungen und Erhebungen (Darmzotten) ausgekleidet, die die Oberfläche um ein Vielfaches vergrößern. Die Darmoberfläche beträgt dadurch etwa 400 Quadratmeter. 90 % dieser Fläche gehören zum Dünndarm.

Im Laufe unseres Lebens durchlaufen 30 Tonnen Nahrung und über 50 000 Liter Flüssigkeit den Darm. Er sorgt dafür, dass die aufgenommenen Kohlenhydrate zu Traubenzucker, Fruchtzucker oder Galaktose, Eiweiße zu Aminosäuren und Fette zu Fettsäuren abgebaut werden. Darüber hinaus filtert er Vitamine, Mineralien und Spurenelemente heraus, die für den Stoffwechsel, das Hormonsystem und zur Zellerneuerung benötigt werden. Eine wahre Höchstleistung, die dieses Organ erbringt!

Neben der Verdauung sorgt der Darm für ein starkes Immunsystem, denn er beheimatet 80 % aller Immunzellen, die in ständiger Bereitschaft sind, den Organismus vor schädigenden Substanzen und Erregern zu schützen.

Außerdem sorgen die Darmbakterien auch für unser Wohlbefinden. Sie produzieren den Botenstoff Serotonin, das sogenannte Glückshormon.

Schon Hippokrates wusste: »Der Darm ist der Vater aller Trübsal«, denn dessen Nervensystem ist ähnlich komplex ausgestattet wie das Gehirn.

Der Darm hat zwei wichtige, aber zugleich gegensätzliche Aufgaben. Er soll einerseits Bestandteile aus der Nahrung aufnehmen, die wir für den Stoffwechsel benötigen, andererseits soll er uns vor Giftstoffen und Keimen darin schützen. Diese Sortierung übernimmt ein spezielles Barrieresystem. Es besteht aus einer Schleimhautschutzschicht mit Abwehrzellen (SIgA) und Schleusen zwischen den Darmzellen (Tight Junctions). Die lebenswichtigen Stoffe aus der Nahrung werden durch Enzyme und Bakterien im Darm aufgeschlüsselt und können die Darmbarriere passieren. Unbrauchbare oder giftige Darminhalte werden von den Mikroorganismen der Darmflora unschädlich gemacht und ausgeschieden.

 

Wie funktioniert gesunde Verdauung?

Die Verdauung ist der Ausgangspunkt des Stoffwechsels. Dafür wird im gesamten Verdauungstrakt, vom Mund bis zum Enddarm, zugeführte Nahrung aufgenommen und verarbeitet.

Verdauung beginnt bereits im Mund

Bereits in der Mundhöhle beginnt die Verdauung der Kohlenhydrate mithilfe des Enzyms Amylase aus den Speicheldrüsen. Damit die Aufschlüsselung optimal funktioniert, bedarf es sowohl einer genauen Bereitstellung von Enzymen als auch der richtigen Einschätzung des Bedarfs. Dafür sorgt das Nerven- und Sinnessystem des Darms. Was aufgenommen wird, nehmen Mund und Nase wahr. Geschmack, Duft und die Füllmenge beim Schlucken signalisieren dem »Bauchhirn«, aktiv zu werden. Bauchspeicheldrüse und Galle stellen die entsprechende Menge an Enzymen bereit, die in den Zwölffngerdarm abgesondert werden. 

Während die Nahrung mit den Zähnen zerkleinert wird, mischt sich Speichel dazu. Je gründlicher wir kauen und je länger die Nahrung im Mund verweilt, desto besser kann die Besaftung vorbereitet werden. »Gut gekaut ist halb verdaut«, lautet eine alte Weisheit, die in der Hektik des Alltags oft vergessen wird. Gründliches Kauen vergrößert die Oberfläche der Nahrung und damit die Angriffsfläche, und es bewirkt bereits eine Vorverdauung der Kohlenhydrate. Das erleichtert vor allem Magen und Dünndarm die Arbeit und sorgt dafür, dass der Körper die Nährstoffe optimal aufnehmen kann. 

In der Literatur kursieren einige Vorgaben, wie lange das Essen gekaut werden sollte. Meiner Meinung nach kann es eine ideale Angabe dafür nicht geben. Das erklärt sich allein schon dadurch, dass sich Lebensmittel in ihrer Konsistenz unterscheiden.

Der Magen gibt seine Säure dazu

Über den Schlund und die Speiseröhre wird der Nahrungsbrei in wellenförmigen Bewegungen in den Magen befördert. Dazu öffnet sich am unteren Teil der Speiseröhre der Zugang zum Magen. Dieser verschließt sich nach dem Durchlass wieder, damit keine Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen kann. Während der Schwangerschaft oder bei einem stark aufgetriebenen Bauch kann es zu Verschlussproblemen am Mageneingang kommen, was als Sodbrennen wahrgenommen wird.

Im Magen verteilt sich der Brei nicht gleichmäßig. Zuletzt Hinzugeführtes liegt nicht obenauf, sondern versinkt wie in einer Schale. Der letzte Bissen landet also immer in der Mitte.

Im Magen beginnt die eigentliche Verdauung. Der salzsäure- und enzymhaltige Magensaft spaltet die Eiweiße auf und zerstört schädliche Stoffe und Bakterien. Menschen mit der Blutgruppe 0 und B produzieren große Mengen an Magensäure. Ihr Stoffwechsel kann daher auch feste Eiweißverbindungen wie rotes Fleisch und Wild gut verarbeiten.

Menschen mit der Blutgruppe A und AB produzieren aufgrund ihrer genetischen Stoffwechselprägung geringe Mengen Magensäure. Ihr Stoffwechsel benötigt wenig tierische Eiweiße und wenn, dann weißes Fleisch wie Huhn, Pute oder Fisch. Grundsätzlich lässt die Produktion von Magensäure mit zunehmendem Alter nach. Damit der Magen vor der Säure immer gut geschützt bleibt, erneuert er ständig seine Schleimhaut. 

Der Dünndarm als Nahrungsverwerter

Nachdem sich der Speisebrei im Magen mit den Säften vermischt hat, wird er portionsweise in den Dünndarm transportiert. Der Pförtner des Magens gibt jeweils nur die Menge weiter, die der Dünndarm verarbeiten kann.

Der Dünndarm hat die Aufgabe, die bis dahin vorverdaute Nahrung weiter aufzuschließen und die verwertbaren Nährstoffe über die Darmschleimhaut in den Körper aufzunehmen. Notwendig dafür sind besonders die Gallenflüssigkeit aus der Leber und die Enzyme der Bauchspeicheldrüse. Etwa ½ Liter Gallensaft produziert die Leber täglich. Die Flüssigkeit wird in der Gallenblase zur Galle eingedickt und fließt je nach Bedarf in den Darm. Dort hilft sie bei der Verdauung von Fetten. Fehlt die Gallenblase, gelangt nicht mehr ausreichend Gallenflüssigkeit in den Darm, was zu Fettverdauungsstörungen und Durchfällen führen kann.

Die Bauchspeicheldrüse produziert mehr als 20 verschiedene Verdauungsenzyme. Sie zerlegen die Makronährstoffe in ihre Elementarbausteine: Glukose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker), Schleimzucker (Galaktose), Aminosäuren und Fettsäuren. Erst wenn die Nahrungsstoffe vollständig zerlegt sind, werden sie durch die Darmwand ins Blut aufgenommen. Dabei ist schon der Fluss des Pfortaderblutes aus dem Darm zur Leber ein kleines Wunder. Ohne Antrieb durch ein bewegendes Organ wie das Herz fließt das schwere, nährstoffgesättigte Blut aus dem Kapillarsystem des Darms der Schwerkraft entgegen in das Kapillarsystem der Leber.

Damit der Nahrungsbrei ungehindert durch den Dünndarm transportiert werden kann, produziert er in seinen tief sitzenden Becherzellen unaufhörlich Schleim. Dieser ist gleichzeitig auch ein Schutz für die Darmwände

Der Dickdarm als Resteverwerter

Etwa 90 % des verdaulichen Nahrungsbreis wird im Dünndarm aufgenommen. Übrig bleibt eine unverdauliche, noch immer halbflüssige Masse aus Zellulose, Wasser und jeder Menge Bakterien. Diese haben sich, wenn sie im Dickdarm ankommen, in Verbindung mit der Nahrung gewaltig vermehrt. Mit ihrer Hilfe verwertet der Dickdarm die allerletzten Nährstoffe. Seine Aufgabe besteht darin, wichtige Substanzen wie Mineralstoffe, Vitamine und Wasser in den Organismus zurückzuführen und den Darminhalt einzudicken. Der Dickdarm beherbergt bis zu 100 Billionen Bakterien, die wichtige Aufgaben im Stoffwechsel und Immunsystem erfüllen.

Der Ablauf der Verdauung vom Mund bis zum Enddarm ist ein in sich abgestimmter Prozess, der durch unterschiedliche Einflüsse gestört werden kann. Passiert dies, können Krankheiten oder eine chronische Verdauungsschwäche entstehen.

Auszug aus dem Buch: „Der Darm - die Basis der Gesundheit" (März 2026)

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Autor: Lothar Ursinus

Stand: Mai 2026
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