Mit Long Covid Schritt für Schritt zurück zu mehr Energie
Steckbrief
Alter:
53 Jahre
Beschwerden:
Fatigue durch Long Covid
„Nach sechs Wochen kam ich kaum noch vom Sofa hoch.“ Miriam ist 53 Jahre alt und erinnert sich noch gut an die Zeit, als ihr Körper plötzlich nicht mehr so funktionierte wie früher. Anfang 2022 hatte sie sich zum ersten Mal mit dem Coronavirus infiziert. Die Erkrankung verlief zunächst vergleichsweise mild und nach einigen Wochen schien alles überstanden. Als sie sich im März 2023 ein zweites Mal infizierte, rechnete sie ebenfalls mit einer vollständigen Genesung. Doch diesmal kam alles anders.
„Im April habe ich gemerkt, dass das keine normale Erschöpfung mehr war.“ Zunächst brachte sie ihren Zustand nicht mit Long Covid in Verbindung. Beruflicher Stress und die Belastungen des Alltags schienen ihr die wahrscheinlichere Erklärung. Doch die Beschwerden verschwanden nicht, sondern verschlimmerten sich sogar noch. Das Leitsymptom war eine ausgeprägte Fatigue – eine tiefe körperliche und geistige Erschöpfung, die sich auch durch Ruhe kaum besserte.
Dinge, die früher selbstverständlich gewesen waren, wurden zur Herausforderung. Treffen mit Freunden überforderten sie schnell. In Cafés machten ihr die vielen Geräusche und Reize zu schaffen. Selbst längere Telefonate kosteten sie enorme Kraft.
Die Suche nach Hilfe
Miriam probierte vieles aus, um ihre Energie zurückzugewinnen. Sie begann mit Qi Gong, Akupunktur, Fußreflexzonen- und Faszienmassagen und nahm verschiedene Nahrungsergänzungsmittel ein.
Beim Qi-Gong-Kurs wurde ihr deutlich, wie eingeschränkt sie inzwischen war. „Die anderen Teilnehmer waren deutlich älter als ich und konnten viel mehr als ich. Viele Übungen habe ich nur im Sitzen geschafft.“
Ihre Hausärztin überwies sie schließlich an die Medizinische Hochschule Hannover zur Long-Covid-Beratung. Dort erhielt sie hilfreiche Tipps für den Umgang mit ihrer Erkrankung. Besonders wertvoll war für sie eine smarte Uhr zur Belastungssteuerung. Sie half ihr dabei, rechtzeitig Pausen einzulegen, bevor die Erschöpfung zu groß wurde.
Auch Aufenthalte in den Bergen empfand sie als wohltuend. „Die Höhenluft hat mir jedes Mal gutgetan. Danach ging es mir oft etwas besser.“
Trotz vieler Maßnahmen hatte sie nicht den Eindruck, wirklich voranzukommen. Deshalb fragte sie sich, welche Stellschrauben sie selbst noch beeinflussen konnte. Dabei rückte schließlich auch ihre Ernährung in den Fokus. Eigentlich hatte sie immer geglaubt, sich bereits gesund zu ernähren. Doch zunehmend fragte sie sich, ob ihr Körper vielleicht etwas anderes brauchte als bisher.
Über ihre Heilpraktikerin Brigitta Ziller erfuhr sie schließlich vom gesund + aktiv-Ernährungsprogramm. Gemeinsam mit einer Freundin entschied sie sich, den Ansatz auszuprobieren. Im Juli 2025 begann sie mit ihrem individuellen Ernährungsplan.
Mehr Energie und weniger Erschöpfung
Vor allem der Verzicht auf ständige Snacks fiel Miriam zunächst schwer. Über lange Zeit hatte sie sich angewöhnt, permanent etwas zu essen, um genug Energie zu haben. „Wenn ich zwei oder drei Stunden nichts gegessen habe, brauchte ich unbedingt einen Snack. Manchmal wurde mir dann sogar übel, wenn ich nichts aß.“ Für den kleinen Hunger zwischendurch griff sie zu Beginn der Ernährungsumstellung häufig zu Nüssen. Gegen den Süßhunger halfen ihr Bitterstoffe.
Etwa ab der sechsten Woche bemerkte sie eine Veränderung. „Mein Körper fühlte sich plötzlich nicht mehr so gestresst an.“ Nach und nach wurden die Abstände zwischen den Mahlzeiten größer. Was früher kaum möglich gewesen war, funktionierte plötzlich problemlos. „Heute schaffe ich vier bis fünf Stunden ohne Essen. Früher hätte ich mir das nicht vorstellen können.“
Mit der Zeit wurden die neuen Essgewohnheiten ganz selbstverständlich Teil ihres Alltags. Besonders überrascht hat sie, wie stabil ihr Energielevel inzwischen ist. „Ich fühle mich jetzt so leicht und frei und nicht mehr ständig auf der Suche nach dem nächsten Snack und Energieschub. Dass mein Blutzucker jetzt so ausgeglichen ist, ist echt ein toller Nebeneffekt.“
Auch ihre Erschöpfung verbesserte sich deutlich. Besonders bei ihren regelmäßigen Spaziergängen bemerkte sie den Unterschied. Da sie immer dieselben Runden ging, konnte sie ihre Belastbarkeit gut vergleichen. Strecken, die sie früher erschöpft hatten, fühlten sich plötzlich leichter an. „Das war ein tolles Gefühl.“
Noch arbeitet Miriam mit ihrer Long-Covid-Erkrankung nicht wieder. Gleichzeitig ist sie dankbar, dass sie sich die Zeit für ihre Genesung nehmen kann. Sie kocht für sich, ihren Mann und ihre beiden Kinder. Dabei hat sie festgestellt, dass gesunde Ernährung nicht kompliziert sein muss und sich in den Familienalltag integrieren lässt.
Auch wenn der Weg zurück noch nicht abgeschlossen ist, blickt Miriam heute deutlich optimistischer in die Zukunft. Zum ersten Mal seit Langem kann sie ihren Körper besser verstehen und ihn bei der Genesung unterstützen.
„Das Schönste ist, dass mein Körper die gesunden Dinge inzwischen ganz von selbst möchte. Ich hatte anfangs ehrlich Bedenken, wie nachhaltig so ein Programm sein kann.“
Ihr Rat an Andere: „Sei geduldig mit Dir. Heilung braucht Zeit. Für mich war die Ernährung ein wichtiger Baustein auf dem Weg zurück zu mehr Energie. Heute habe ich das Gefühl, meinem Körper endlich das zu geben, was er wirklich braucht.“
Darum hat die Ernährungsumstellung geholfen
Fatigue bei Long Covid
- Eine individuell passende Nahrungsmittelauswahl kann den Körper entlasten: Gerade wenn der Stoffwechsel durch eine langwierige Erkrankung belastet ist, sollte die Ernährung ihn möglichst wenig zusätzlich fordern. Gut verträgliche, individuell passende Nahrungsmittel können dazu beitragen, den Stoffwechsel zu entlasten.
- Ein konstanterer Blutzuckerspiegel sorgt für eine gleichmäßigere Energieversorgung: Starke Schwankungen des Blutzuckers können Müdigkeit, Heißhunger und Leistungstiefs begünstigen. Ausgewogene Mahlzeiten mit ausreichend Eiweiß, hochwertigen Fetten, Gemüse und langsam verdaulichen Kohlenhydraten lassen den Blutzucker gleichmäßiger ansteigen. Dadurch steht dem Körper über einen längeren Zeitraum gleichmäßig Energie zur Verfügung.
- Eine gute Nährstoffversorgung schafft die Grundlage für wichtige Körperfunktionen: Für Energiegewinnung, Nervensystem und Immunsystem benötigt der Körper zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren. Eine abwechslungsreiche, nährstoffreiche Ernährung stellt diese wichtigen Bausteine bereit und unterstützt damit Prozesse, die gerade während der Regeneration besonders gefordert sein können.
Wie stark Ernährung den Energiehaushalt beeinflusst, kann sehr unterschiedlich sein. Eine individuell angepasste Ernährung, die zum eigenen Stoffwechsel passt, kann einen wichtigen Beitrag zu einem stabileren Energieniveau leisten und den Stoffwechsel unterstützen.