Endlich wieder gesunde Cholesterin- und Blutzuckerwerte
Steckbrief
Alter:
66 Jahre
Beschwerden:
Hohe Cholesterinwerte
Hoher Langzeitblutzuckerwert
Schilddrüsenunterfunktion
Müdigkeit
Verdauungsprobleme
Mit 66 Jahren wollte Ulrike eines ganz sicher nicht: sich einfach damit abfinden, dass ihre Gesundheit „altersbedingt“ schlechter wird. Zwei Jahre zuvor war sie in Rente gegangen. Sie hatte als Betriebswirtin in einer hohen Position gearbeitet. Ein anspruchsvoller, stressiger Job, der viel von ihr verlangt hatte.
Mit mehr Ruhe im Alltag drängten nun auf einmal gesundheitliche Probleme mehr in den Vordergrund. Nach einem Hypophysentumor sieben Jahre zuvor traten bei Ulrike verschiedene hormonelle und stoffwechselbezogene Auffälligkeiten auf, darunter erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte sowie Veränderungen der Schilddrüsenwerte. „Mein Körper hat mir an vielen Stellen gleichzeitig gezeigt, dass etwas nicht stimmt.“ Müdigkeit, Verdauungsprobleme und das Gefühl, nicht mehr richtig in ihrer Kraft zu sein, begleiteten sie.
Der Beginn von Ulrikes Reise zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden war ein Blutbefund bei ihrer Hausärztin: Das Cholesterin war deutlich erhöht. Die Ärztin sagte ihr, sie müsse jetzt Statine nehmen. Für Ulrike fühlte sich das allerdings nicht richtig an. Sie wollte keine Symptome unterdrücken, sondern an der Ursache ansetzen und verstehen, warum ihr Körper aus dem Gleichgewicht geraten war.
Durch Schlaganfall und Herzinfarkt bei den Eltern galt sie als Risikopatientin. Auf Drängen ihrer Ärztin nahm sie zunächst doch das Statin ein. Doch ihr Körper reagierte heftig: Geschwollene Hände und allergische Reaktionen – nicht nur die als Nebenwirkung bekannten Muskelschmerzen.
„Ich habe meiner Ärztin gesagt, ich sterbe lieber an einem Herzinfarkt, als diese Medikamente weiter zu nehmen.“, erzählt sie offen. Die nächste Empfehlung: ein Termin im Fettstoffwechselzentrum. Wartezeit: mehrere Monate. Für Ulrike, die sich selbst als eher ungeduldig beschreibt, keine Option.
Der Wunsch, selbst aktiv zu werden
So kam sie über eine Internetsuche zu gesund + aktiv-Therapeut Tobias Freudenberg. Bereits im ersten Gespräch wurde klar: Es müssen nicht immer Medikamente sein. Es gibt Stellschrauben, an denen man auch im höheren Alter drehen kann. Zum ersten Mal hatte Ulrike das Gefühl: „Ich bin dem nicht ausgeliefert. Ich kann selbst etwas tun.“
Mitte September 2025 begann sie mit ihrem individuellen Ernährungsplan. Rückblickend sagt sie: „Ich dachte immer, ich ernähre mich gesund.“ Zu verstehen, dass jeder Mensch einen anderen Stoffwechsel hat und dass nicht alles, was allgemein als gesund gilt, für jeden passt, war für sie eine ganz neue Erkenntnis.
Während ihrer Ernährungsumstellung sollte sie unter anderem Kartoffeln, Bananen, Schweinefleisch und Weizen weglassen. Die Hintergründe zu diesen Empfehlungen wurden ihr ausführlich erklärt. Das half ihr, sich wirklich darauf einzulassen. Besonders die Kartoffeln zu ersetzen, fiel ihr schwer. Doch sie suchte sich Alternativen: Quinoa, Amaranth oder Gemüsenudeln. Auch das Einkaufen war anfangs anstrengend. „Ich musste manches neu lernen, aber ich hatte dieses unglaublich gute Gefühl, endlich das Richtige für mich und meine Gesundheit zu tun.“
Im Ruhestand sind Ulrike und ihr Mann viel mit dem Camper unterwegs. Auf ihren Reisen gehen sie gerne essen – was anfangs nicht immer einfach war. Doch sie entdeckten, dass sie in asiatischen Restaurants oft passende Gerichte fanden. Das war ein weiterer Durchbruch für sie. „Du strahlst richtig“, sagte ihr Mann irgendwann zu ihr.
Schritt für Schritt zurück ins Gleichgewicht
Nach etwa zwei Wochen hatte sie sich eingewöhnt in ihre neue Ernährungsweise. Besonders hilfreich war für sie der Rezeptefilter auf der Website von gesund und aktiv sowie der regelmäßige Austausch mit dem Team von Tobias Freudenberg. „Das war eine große Unterstützung.“
Routinen halfen ihr besonders bei der Umsetzung. Zum Beispiel eine feste Frühstücksbasis aus Haferflocken und Quark. „So muss man nicht jeden Morgen neu überlegen. Und ganz wichtig: Immer etwas Vorgekochtes im Kühlschrank oder Gefrierfach haben. Damit man nicht aus Hunger oder Ungeduld zu etwas greift, das dem Körper nicht guttut.“
Sie merkte schnell, wie wichtig Eiweiß für sie ist. Wenn sie zu wenig davon gegessen hatte, ging es spürbar an die Muskeln. Heute hört sie auf die Signale ihres Körpers. Abends gibt es manchmal noch Quark mit Leinöl, wenn sie merkt, dass sie tagsüber zu wenig Eiweiß gegessen hat.
Ein Satz ihrer Yogalehrerin hat sie dabei besonders geprägt: „Dein Körper hat Dich 66 Jahre zuverlässig durch Dein Leben getragen. Es ist Zeit, ihm etwas zurückzugeben.“
Nach einigen Monaten ließ sie erneut ihre Blutwerte bestimmen – mit überraschendem Ergebnis.
„In jedem Alter kann man mit Ernährung etwas tun“, sagt Ulrike heute. „Was mich allerdings besonders ärgert: Dass die Krankenkasse sich nicht an den Kosten für die Therapie beteiligt, die mir nachweislich geholfen hat – dafür aber Medikamente bezahlt, die mir nicht gutgetan haben.“
Mehr Energie, besserer Schlaf, neue Pläne
Neben den messbaren Werten veränderte sich auch ihr Alltag. Sie schläft besser, hat tagsüber mehr Energie und wieder Lust, sich zu bewegen. Jetzt möchte sie gezielt Kraft aufbauen für einen starken, gesunden Körper im Alter.
Ihr Rat an Andere: „Finde Dich nicht damit ab, wenn es Dir nicht gut geht und man Dir sagt, in Deinem Alter wäre das eben so. Nimm Deine Gesundheit selbst in die Hand. Sei dabei liebevoll und geduldig mit Dir selbst. Es muss nicht perfekt sein. 80 % sind meistens gut genug. Du machst das nur allein für Dich, nicht um jemandem etwas zu beweisen.“
Darum hat die Ernährungsumstellung geholfen
Hohe Cholesterinwerte
- Ballaststoffe fördern die Cholesterinausscheidung: Lösliche Ballaststoffe aus Gemüse, Hülsenfrüchten oder Hafer können im Darm Gallensäuren binden. Diese bestehen zum großen Teil aus Cholesterin. Werden sie über den Stuhl ausgeschieden, muss die Leber neue Gallensäuren bilden und verwendet dafür Cholesterin aus dem Blut. Dadurch kann der Cholesterinspiegel im Blut sinken.
- Weniger Insulin bedeutet weniger Fettproduktion: Häufige Blutzuckerspitzen durch zu viele leicht aufspaltbare Kohlenhydrate und zu wenig Eiweiß in der Ernährung führen zu einer starken Ausschüttung von Insulin. Dieses Hormon regt in der Leber die Neubildung von Fettsäuren und Cholesterin aus überschüssiger Energie an. Eine Ernährung mit stabilerem Blutzucker reduziert diese Prozesse und kann dadurch erhöhte Blutfette senken.
- Verbesserte Regulation durch die Leber: Die Leber steuert Produktion, Umbau und Abbau von Cholesterin im Körper. Eine nährstoffreiche Ernährung mit ausreichend Eiweiß, hochwertigen Fettsäuren, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen unterstützt die Leberfunktion. Dadurch kann sie Cholesterin effizienter verarbeiten und überschüssige Mengen besser regulieren.
Erhöhte Cholesterinwerte sind ein Risikomarker und nicht automatisch eine Erkrankung. Sie können auch genetisch bedingt sein. Wie stark die Ernährung den Fettstoffwechsel beeinflusst, ist individuell verschieden. Eine individuell angepasste Ernährung, die zum eigenen Stoffwechsel passt, kann dennoch entscheidend dazu beitragen, die Werte positiv zu beeinflussen.
Hoher Langzeitblutzucker (HbA1c)
- Weniger Blutzuckerspitzen senken den Langzeitblutzucker: Der HbA1c-Wert zeigt, wie hoch der Blutzucker in den letzten Wochen im Durchschnitt war. Häufige Blutzuckerspitzen nach zucker- oder stärkereichen Mahlzeiten führen dazu, dass sich vermehrt Zucker an die roten Blutkörperchen bindet, was sich in einem erhöhten Langzeitblutzuckerwert widerspiegelt. Eine Ernährung mit weniger schnell verfügbaren Kohlenhydraten und mehr Eiweiß sorgt für niedrigere Blutzuckerspitzen und damit langfristig für einen niedrigeren HbA1c-Wert.
- Verbesserte Insulinempfindlichkeit: Insulin ist das Hormon, das Zucker aus dem Blut in die Körperzellen bringt. Wenn der Körper dauerhaft große Mengen Insulin bilden muss, reagieren die Zellen mit der Zeit weniger empfindlich darauf (Insulinresistenz). Dadurch wird immer mehr Insulin benötigt, um die gleiche Menge Zucker in die Zellen aufzunehmen. Eine ausgewogene, kohlenhydratbewusste Ernährung entlastet die Insulinproduktion, sodass weniger Insulin erforderlich ist und die Zellen wieder besser darauf ansprechen. Der Blutzucker kann dadurch effektiver in die Zellen aufgenommen werden und der Langzeitblutzuckerwert sinkt.
- Weniger Zuckerneubildung in der Leber: Die Leber kann selbst Zucker produzieren, um den Körper im Nüchternzustand mit Energie zu versorgen. Bei Insulinresistenz reagiert sie jedoch weniger auf die hemmende Wirkung des Insulins und gibt weiterhin Zucker ins Blut ab, obwohl bereits genug vorhanden ist. Eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit hilft, diese übermäßige Zuckerabgabe zu reduzieren und den Blutzuckerspiegel insgesamt zu senken.
Ein erhöhter HbA1c-Wert zeigt, dass der Blutzucker über einen längeren Zeitraum zu hoch war und die Zellen dauerhaft mit zu viel Zucker belastet sind. Er wird auch zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes herangezogen. Wie stark sich der HbA1c-Wert durch Ernährung verbessert, ist individuell verschieden. Besonders Menschen mit Insulinresistenz reagieren oft gut auf eine Ernährung, die Blutzucker und Insulinspiegel stabil hält. Eine individuell angepasste Ernährung, die zum eigenen Stoffwechsel passt, kann dazu beitragen, einen erhöhten Langzeitblutzuckerwert auf ein gesundes Level zu senken.